Das Wetter zeigte sich an diesem Konzerttag nicht gerade von seiner schönsten Seite. Doch was draussen an Sonnenschein fehlte, brachten die Sängerinnen und Sänger der Schola Gregoriana Argoviensis mit ihrer Begeisterung und ihrer spürbaren Freude an der Musik mehr als wett.
In der wunderschönen Pfarrkirche St. Vitus in Merenschwand versammelte sich die Schola zu einem Konzert, das eindrucksvoll zeigte, wie lebendig die jahrhundertealte Tradition des gregorianischen Chorals auch heute sein kann. Zwar waren diesmal nicht ganz so viele Stimmen dabei wie bei anderen Auftritten, doch alle Mitwirkenden sangen mit vollem Elan und grosser Hingabe. Die Freude an der gemeinsamen Musik war deutlich spürbar – und strahlte den Sängerinnen und Sängern förmlich aus dem Gesicht. Es war ein Konzert, bei dem nicht die Zahl der Stimmen entscheidend war, sondern die Begeisterung, mit der sie sangen.
Zu Beginn begrüsste Flavio Dora das Publikum. Anschliessend richtete Giuseppe Raccuglia, künstlerischer Leiter der Schola, die offiziellen Grussworte im Namen des Ensembles an die Anwesenden. Er führte in das Programm ein, das gregorianischen Choral und Orgelmusik miteinander verband und die geistlichen Themen Erwartung, Lobpreis und Liebe musikalisch erschloss.
Auch die Orgel der Kirche St. Vitus erwies sich als besonderer musikalischer Partner. Das Instrument wurde 1967 von Armagni und Mingot aus Lausanne erbaut und verfügt über 22 Register auf zwei Manualen und Pedal. Bei der Revision im Jahr 2021 wurde es sorgfältig überarbeitet. Ihr facettenreicher Klang ergänzte den einstimmigen Gesang der Schola und eröffnete eine weitere Dimension des musikalischen Erlebnisses.
So entstand in der schönen Kirche ein abwechslungsreicher Dialog zwischen den schlichten, weit gespannten Melodien des gregorianischen Chorals und der klanglichen Vielfalt der Orgel. Die Musik lud dazu ein, den Alltag für einen Moment hinter sich zu lassen und sich ganz auf das Hören einzulassen.
Das Konzert in Merenschwand war damit nicht nur eine Begegnung mit einer jahrhundertealten musikalischen Tradition, sondern vor allem auch ein Erlebnis gemeinschaftlicher Freude. Die Schola Gregoriana Argoviensis zeigte, dass Gregorianik keineswegs nur in die Vergangenheit gehört: Mit Engagement, musikalischer Sorgfalt und Begeisterung kann sie auch heute Menschen berühren.
Ein herzlicher Dank gilt allen Sängerinnen und Sängern, Flavio Dora sowie allen, die dieses Konzert ermöglicht und das Publikum in der Pfarrkirche St. Vitus willkommen geheissen haben. Und vielleicht war gerade der Kontrast zwischen dem trüben Herbstwetter draussen und der musikalischen Wärme im Kirchenraum das Besondere dieses Nachmittags.
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