
Giuseppe Raccuglia
Giuseppe Raccuglia
Erhielt seine musikalische Ausbildung am renommierten Konservatorium «Vincenzo Bellini» in Palermo, wo er Klavier, Orgel und Komposition studierte und das Orgeldiplom mit der Höchstnote 10/10, Auszeichnung und ehrenvoller Erwähnung abschloss. Eine zweijährige Fortbildung im Barockrepertoire mit Cembalo und Basso continuo sowie zahlreiche internationale Meisterkurse ergänzten seine Ausbildung. Anschliessend studierte er Orgel bei Prof. Klemens Schnorr an der Hochschule für Musik Freiburg im Breisgau und schloss mit dem Master of Music ab. Von 2012 bis 2015 absolvierte er zusätzlich den Studiengang Bachelor of Music mit Hauptfach Kirchenmusik.
Elf Jahre war Raccuglia als Leiter des Fachbereichs Kirchenmusik der Römisch-Katholischen Kirchgemeinde Brugg tätig. Dort leitete er mehrere Chöre und Scholen, darunter die Schola Gregoriana, und realisierte zahlreiche Gottesdienste und Konzerte mit Orchester, Instrumentalistinnen und Instrumentalisten sowie Solistinnen und Solisten. Zudem gründete und leitete er verschiedene kirchenmusikalische Projekte und die Orgelkonzertreihe «Brugger Orgelsonntage».
Seit Februar 2025 ist Giuseppe Raccuglia Fachverantwortlicher für Kirchenmusik im Pastoralraum Zugersee Südwest. Neben der Leitung des Kirchenchors und des Organistenteams entwickelt und realisiert er neue kirchenmusikalische Projekte. Dazu gehört die von ihm gegründete Konzertreihe «Orgel.Punkt Rotkreuz», die die vielfältigen Facetten der Orgel auch ausserhalb der Liturgie präsentiert.
Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt in der Verbindung von historischer Musikpraxis, Gregorianik und zeitgenössischer Kirchenmusik. Von 2022 bis 2024 rekonstruierte er sechs Messen aus der Sammlung «Acroama missale» des italienischen Barockkomponisten Giovanni Battista Bassani (1650–1716). Alle rekonstruierten Messen wurden zwischen Brugg und Windisch aufgeführt. Dieses Projekt verbindet Quellenarbeit, musikwissenschaftliche Recherche und praktische Aufführung und bildet einen wichtigen Schwerpunkt seiner Auseinandersetzung mit der Musik des Barock.
Im Rahmen des Klosterjahres 2027 im Kanton Aargau realisiert Raccuglia in Zusammenarbeit mit dem Museum Aargau ein weiteres umfangreiches kirchenmusikalisches Projekt mit vier Konzerten und einer kantonsweit zusammengesetzten Schola Gregoriana.
Als Organist ist Giuseppe Raccuglia seit 2001 regelmässig in der Schweiz, Italien und im Ausland konzertant tätig. Zu seinen jüngeren Konzertorten zählen unter anderem der Dom zu Fulda und Bologna. Bei internationalen Orgelwettbewerben wurde er mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem 2. Preis und dem Publikumspreis beim Internationalen Orgelwettbewerb um den Hermann-Schroeder-Preis in Trier.
Als ausgebildeter Orgelsachverständiger verfügt Raccuglia zudem über langjährige Erfahrung in der Planung und Begleitung von Orgelprojekten. Zu seinen Tätigkeiten zählen unter anderem die fachliche Begleitung der neuen Metzler-Orgel in Schinznach-Dorf sowie die Beratung beim Erwerb einer Hendriksen-Reitsma-Orgel für die staatliche Musikhochschule Palermo.
Neben seiner Tätigkeit als Kirchenmusiker ist Raccuglia als Bearbeiter und Komponist tätig. Sein besonderes Profil verbindet Orgelmusik, Chorleitung, Gregorianik, historische Aufführungspraxis und innovative Projekte mit einem starken Bezug zur Liturgie.
Giuseppe Raccuglia an der Silbermann-Orgel im Dom von Arlesheim