Erstes Orgelkonzert der Schola Gregoriana Argoviensis

Veröffentlicht am 10. September 2026 um 10:28

 

Am Sonntag, 30. August, wurde die katholische Kirche Rotkreuz zum Schauplatz eines besonderen musikalischen Erlebnisses. Mit dem Konzert von Giuseppe Raccuglia und der Schola Gregoriana Argoviensis startete die neue Konzertreihe ORGEL.PUNKT Rotkreuz auf eindrucksvolle Weise.

Im Mittelpunkt des Konzertes stand die Verbindung von Orgelmusik und gregorianischem Choral. Dabei entstand ein musikalischer Dialog zwischen den reichen Klangfarben der Orgel und der schlichten, eindringlichen Kraft des einstimmigen gregorianischen Gesangs.

Die Schola Gregoriana Argoviensis, die erst 2026 gegründet wurde, präsentierte sich dabei mit grosser musikalischer Geschlossenheit. Die Stimmen entfalteten in der Akustik der Kirche einen ruhigen und zugleich intensiven Klang. Besonders eindrücklich war die klare Intonation des Ensembles: Der einstimmige Gesang erhielt dadurch eine grosse innere Ruhe und Konzentration, ohne an Ausdruckskraft zu verlieren.

Den gregorianischen Gesängen standen Orgelwerke verschiedener Epochen gegenüber. Werke von Johann Sebastian Bach, Girolamo Frescobaldi und César Franck zeigten die grosse klangliche Vielfalt des Instruments. Von der barocken Klarheit und Beweglichkeit bis zur romantischen Klangfülle entstand ein abwechslungsreicher musikalischer Bogen.

Besonders reizvoll war dabei der Wechsel zwischen den gesungenen gregorianischen Melodien und den Orgelwerken. Der gregorianische Choral wirkte nicht lediglich als historisches Element des Programms, sondern als musikalische und geistliche Grundlage, aus der heraus die anschliessenden Orgelwerke eine besondere Wirkung entfalteten.

Ein Konzert dieser Art lebt nicht allein von der Virtuosität der Ausführenden. Es lebt ebenso vom Raum, von der Stille und von der Bereitschaft des Publikums, sich auf eine andere Form des Hörens einzulassen. Genau dies gelang an diesem Nachmittag in Rotkreuz. Die Musik durfte sich entfalten, ohne dass sie ständig im Vordergrund stehen musste. Zwischen den einzelnen Werken entstanden Momente der Ruhe und Besinnung.

Für die Schola Gregoriana Argoviensis war das Konzert zugleich ein wichtiger Schritt in ihrer noch jungen Geschichte. Das Ensemble möchte den gregorianischen Choral nicht nur als historisches Kulturgut pflegen, sondern ihn als lebendige musikalische Ausdrucksform in den Kirchenräumen unserer Zeit erfahrbar machen. Der Auftritt in Rotkreuz zeigte eindrücklich, welches Potential in diesem Ansatz liegt.

Das Publikum dankte den Mitwirkenden am Ende mit herzlichem und lang anhaltendem Applaus. Die zahlreichen positiven Rückmeldungen zeigten, dass die besondere Verbindung von Orgel und gregorianischem Choral viele Zuhörerinnen und Zuhörer berührt hat.

Mit diesem Konzert ist ORGEL.PUNKT Rotkreuz gelungen gestartet. Die Reihe wird im September und Oktober mit weiteren Konzerten fortgesetzt und bietet unterschiedliche Perspektiven auf die faszinierende Welt der Orgelmusik.

Der Auftakt mit der Schola Gregoriana Argoviensis hat dabei bereits einen besonderen Akzent gesetzt: Musik, Raum und Spiritualität verbinden sich zu einem gemeinsamen Erlebnis.


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